Tomaten säen – ein möglicher Weg

Gleich vorweg, es gibt sehr viele Wege, um Tomaten zu säen.

Ich möchte hier meinen Weg vorstellen. Dieser Weg macht späteres Pikieren überflüssig, benötigt aber etwas mehr Saatgut.

Als Aussaatgefäße benutze weiße 0,4 Liter Trinkbecher aus Plastik. Diese kann man bei sorgfältiger Behandlung mehrmals benutzen. Transparente Trinkbecher benutze ich nicht, da sich die Wurzeln der Tomaten später im gesamten Becher ausbreiten. Bei einem durchsichtigen Becher wären die Wurzeln dann direkt der Sonne bzw. dem Licht ausgesetzt.

In den Boden der 0,4 Liter Trinkbecher steche ich zuerst mit einem spitzen Messer ein paar kleine Löcher, damit später überschüssiges Gießwasser ablaufen kann. Danach fülle ich sie etwa bis zur Hälfte mit Aussaaterde. Diese drücke ich ganz leicht mit dem Boden eines anderen Bechers fest, nicht zu fest!

Anschließend gebe ich zwei bis drei Tomatensamen in den Becher auf die eingefüllte Erde und bedecke diese dann dünn (nicht ganz einen Zentimeter) mit einer weiteren Schicht Erde und drücke diese wieder mit dem Boden eines weiteren Bechers ganz leicht fest.

Ausgesäte Tomaten gut wässern und beschriften

Zum Schluss gieße ich dann die gesäten Tomaten mit Wasser an, so dass die gesamte Erde feucht ist, aber nicht nass. Ich beschrifte dann noch die Becher, so dass ich weiß, um welche Tomatensorte es sich handelt. Vertrauen Sie diesbezüglich nicht auf Ihr Gedächtnis. Das klappt nicht. Aufgegangene Pflanzen sehen zudem in der ersten Wachstumsphase nahezu gleich aus.

Tomaten säen

So geht es nach der Tomatenaussaat weiter

Sind die Tomatenpflanzen aufgelaufen bzw. angewachsen, lasse ich die besten und kräftigsten im Becher und schneide die anderen mit einer Nagelschere ebenerdig ab. Dabei versuche ich, die Tomaten meiner Wahl nicht zu beschädigen.

Wenn die Tomatenpflanzen dann mit den Hauptblättern aus dem Becher heraus gewachsen sind, befülle ich den Rest des Bechers mit Aussaaterde. Unten an der Pflanze befinden sich oft noch die zwei gegenüberliegenden Keimblätter. Diese können Sie in diesem Zug entfernen.

Haben Sie keine Angst, dass Sie die Tomaten zu hoch mit Aussaaterde auffüllen. Je tiefer eine Tomatenpflanze sitzt, desto mehr Wurzeln kann sie ausbilden und je kräftiger wird sie. Tomaten vertragen Erde bis zum Ansatz der ersten Hauptblätter. Das gilt auch beim späteren Auspflanzen im Freiland oder im Tomatengewächshaus.

Gute Wachstumsbedingungen sind für Tomaten wichtig

Tomaten mögen es warm während der Keimung. Die Temperatur sollte konstant zwischen 20 und 25 Grad Celsius betragen. Nach der Keimung mögen sie Licht und kühlere Temperaturen. Das sorgt für einen kräftigen, kompakten Wuchs. Fehlt das Licht und ist es zu warm, geilen die Tomaten, d.h. Sie bekommen schwache Pflanzen, die in die Höhe bzw. zum Licht schießen. Reservieren Sie daher ein sonniges Fensterbrett. Eine Alternative sind Pflanzenleuchten.

Abschließende Hinweise

Es kann sein, dass in Saatgut-Tüten manchmal nur sehr wenige Samen enthalten sind. Das ist oft bei teuren Spitzensorten der Fall. Dann können Sie natürlich auch nur einen Kern in einen Becher legen. Dann haben Sie zwar vielleicht einen Becher zu viel angesetzt, aber Sie müssen so keine teuren aufgegangen Pflanzen opfern. Im Normalfall ist jedoch genügend Tomaten-Saatgut in den Tüten vorhanden. Beim Pikieren überlebt auch nicht jede Pflanze den Stress des Umpflanzens oder das Greifen mit den Fingern.

Sie können natürlich auch andere Aussaatgefäße benutzen. Torftöpfe sind nur auf den ersten Blick umweltfreundlich, denn bei Torf handelt es sich um eine begrenzte natürliche Ressource, ebenso wie beim Öl. Die Becher aus Plastik kann man zudem mehrmals für die Aussaat benutzen. Da kann jeder für sich abwägen. Ebenso können Sie alte Blumentöpfe aus Plaste benutzen. Ihnen steht da vieles offen. Nur zu klein sollten die Gefäße nicht sein.

Bei meiner Methode, Tomaten zu säen, handelt es sich wie gesagt um eine Variante ohne Pikieren. Möchten Sie die Tomaten später lieber pikieren, stehen Ihnen unzählige weitere Möglichkeiten der Aussaat von Tomaten zur Verfügung. Es führen viele Wege zum Ziel.